Für mich ist es ein Tag, auf den ich mich schon lange im Vorfeld freue. Der 21. Dezember markiert die Wintersonnenwende – den kürzesten Tag und die längste Nacht des Jahres. Ab jetzt kehrt das Licht zurück und die Tage werden wieder länger, auch wenn das am Anfang kaum spürbar ist. Die Wintersonnenwende steht für einen stillen, fast unscheinbaren, aber doch messbaren Wendepunkt im Jahreskreis.
Vor vielen Jahren
Schon lange bevor es elektrisches Licht gab, spielte die Wintersonnenwende eine wichtige Rolle für die Menschen. Sie bot Orientierung und signalisierte, dass die dunkelste Zeit überschritten war. Die Rückkehr der Sonne war für sie existentiell, denn sie versprach ein neues Jahr der Saat und Ernte. Gleichzeitig vertrauten die Leute auf den Zyklus der Natur und nutzten die dunkle Zeit des Winters zu Erholung und Regeneration, genauso wie es die Natur vormacht. Die Arbeit auf dem Feld ruhte und so richteten die Menschen ihren Fokus nach innen. Es wurden nun Arbeiten verrichtet, die drinnen, in der warmen Stube, zu erledigen waren, aber es wurde auch Innenschau gehalten - das alte Jahr reflektiert, das neue geplant.
Was im Winter in der Natur geschieht
Der Winter ist in der Natur eine Ruhephase. Viele Pflanzen haben ihre oberirdischen Wachstumsprozesse eingestellt. Die Bäume haben ihre Blätter abgeworfen, Stauden ziehen sich zurück und der Stoffwechsel verlangsamt sich deutlich. Die Energie der Pflanzen ist nun in den Wurzeln gespeichert. Dort werden Reservestoffe eingelagert, die im Frühjahr für neues Wachstum benötigt werden. Diese Prozesse laufen im Verborgenen ab - unsichtbar, aber hochaktiv. Auch das ist Wachstum. Aus kräuterpädagogischer Sicht ist der Winter daher keine stille Zeit, sondern eine Phase der Regeneration und Vorbereitung. Die Pflanzenwelt zeigt vor, wie wichtig Rückzug und ein intelligentes Energiemanagement für nachhaltige Entwicklung und Wachstum sind.
Die Parallele zu uns Menschen
Auch für uns gilt: Veränderung geschieht nicht allein durch Aktivität. Veränderungsprozesse brauchen Zeit. Klarheit gewinnen wir oft erst in Ruhephasen. Dauerhafte mentale Stärke entwickelt sich durch bewusste Regeneration und Reflexion. So kannst du diese Tatsache für dich nutzen:
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Nimm dir Zeit deine Gedanken zu ordnen.
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Setze dich mit deinen inneren Ressourcen auseinander.
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Richte deinen Fokus neu auf, jedoch ohne etwas erzwingen zu wollen.
Wie bei den Pflanzen ist nicht alles sofort sichtbar. Wachstum geschieht nicht schneller, wenn du dich unter Druck setzt. Pausen könne produktiver sein als ständiges Tun.
Was heute ruht,
kann morgen kraftvoll wachsen.
Entwicklung verläuft in Zyklen
Die Wintersonnenwende erinnert uns daran, dass Entwicklung zyklisch verläuft. Aktivität und Rückzug gehören zusammen. Ruhe ist kein Stillstand, sondern ein notwendiger Teil von Wachstum.
Was für die Natur gilt, gilt auch für uns Menschen.
Fotos: Caroline Preiß

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